Alzheimer Vortrag von Nico Osthues vor OT 48 Münsterzur Startseite - klick hier

Erstes Anzeichen, das aber erst im Nachhinein gedeutet werden konnte, war im Alter von 74 Jahren die zunächst kaum merkliche Überforderung bei der Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Während die eigenständige Versorgung mit Hilfe einer seit vielen Jahren im Haushalt beschäftigten Haushälterin problemlos zu klappen schien, waren am Tag des 75. Geburtstages die ersten Orientierungsschwierigkeiten festzustellen, die sich später auf Reisen, bis hin zu einer 3-tägigen Abwesenheit, dramatisch verstärkten.

Aufgrund dieser Vorkommnisse wurde auf Drängen der nächsten Angehörigen eine Untersuchung eingeleitet, die die Diagnose "Alzheimer" ergab. Nach weiterem Fortschritt der Erkrankung stellte sich Inkontinenz ein, die die Unterbringung im Seniorenstift "Tibus" erforderlich machte. Die ungewohnte Umgebung führte zusammen mit der zunehmenden Orientierungslosigkeit zu häufigem Herumirren und daraus folgenden Suchaktionen. Eine Unterbringung in eine halbgeschlossene Abteilung des Rocchushospitals war unumgänglich. Leider verschlechterte sich der Zustand entgegen den Erwartungen in dieser Einrichtung weiter, was nach Meinung von Nico nicht an der medizinischen oder pflegerischen Versorgung lag, sondern in dem Umfeld (ständige Unruhe, da alle akuten geistigen Erkrankungen in einer Station untergebracht waren) zu sehen war.

Die Unterbringung in der Villa Hittorf, ein dem Alexianer Krankenhaus angegliedertes Haus, brachte zunächst eine leichte Besserung. In der Villa Hittorf sind 10 Wohneinheiten eingerichtet. Es können die Pflegestufen 1-3, durch einen externen Pflegedienst angeboten werden. Tagsüber sind 3-4 Pflegekräfte ständig anwesend, nachts ist eine Person als Bereitschaftsdienst im Haus. Die Versorgung des Patienten, der in der Zwischenzeit nicht mehr selbst gehen kann und sich auch nicht mehr artikulieren kann, ist in jeder Form gewährleistet. Das Projekt "Villa Hittorf" wird mit öffentlichen Geldern gefördert und es wäre wünschenswert, wenn noch mehr gleichwertige Einrichtungen geschaffen werden könnten, denn die Versorgung alter und kranker Menschen ist und wird eine wachsende Aufgabe unserer Gesellschaft sein.

Nico ergänzte seinen Vortrag mit einigen persönlichen Anmerkungen, wobei er besonders auf das Erkennen der Erkrankung, die Persönlichkeitsänderung des Patienten und den Umgang mit Alzheimer bei den nächsten Angehörigen der betroffenen Personen einging.

Henrich bedankte sich im Namen des Tisches bei Nico für den Vortrag, der höchst interessant war, zumal die Alzheimer Erkrankung jede Familie unverhofft treffen kann.