"Erneuerbare Energien" durch Herrn Weber Vortrag am 14.01.2008 vor OT 85 Ortenau
Zur Einleitung einige allgemeine Informationen. Ob es uns gefällt oder nicht, die bequemen, lange sehr billigen, fossilen Brennstoffe Öl, Gas und Kohle werden knapper und teurer.
Der Verbrauch ist in den letzten ca. 75 Jahren von etwa 1'000 Mio.to.Ölequivalenten/Jahr auf
etwa 8'000 gestiegen. Grossbritannien, bisher bekannt als Ölfördernation ist 2007 zum Netto-
importeur von Öl geworden. Der verständliche Energiehunger der Entwicklungs- und Schwellenländer treibt den Energieverbrauch weiter an. Viele kriegerische Handlungen werden in Verbindung mit Rohstoffen und Energieträgern geführt. (In Zukunft wohl auch
um sauberes Wasser.)
Derzeit wird in der BRD ca. 10% Energie aus alternativen Quellen erzeugt.
Bei der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen und aus Kernenergie ist ganz wichtig zu
wissen, dass in den Kraftwerken nur ca. 33% der im Brennstoff steckenden Primärenergie zu
Strom umgewandelt wird, die restlichen 66% als Abwärme über Kühltürme oder Flüsse in die
Umwelt abgegeben werden. Dies geschieht, weil es noch keine wirtschaftlichen Methoden gibt, diese riesigen Energiemengen zu nutzen. Wenn man also in einem Kraftwerk pro Stunde
100'000 Liter Öl verbrennt, so werden davon rund 65'000 Liter Öl pro Stunde benutzt, um die
Umwelt aufzuheizen, nur 35'000 Liter Öl pro Stunde werden zu elektrischem Strom. Dies wird oft nicht berücksichtigt, wenn man eine Ökobilanz erstellt, wo als Primärenergie elektrischer Strom eingesetzt wird. (z.B. Grundwasserwärmepumpen, Erdwärmepumpen oder
Luft-Luft Wärmepumpen)
Alternativen für den privaten Haushalt:
Moderne Fotovoltanikzellen wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um.
Dazu werden spezielle Siliziumelemente benötigt, welche auf Flächen mit einer Neigung
von ca. 28 Grad in südlicher Richtung angebracht werden. Somit lässt sich die Sonnenein-
strahlung optimal nutzen. Eine Solarzelle erzeugt ca. 0,5Volt Gleichstrom und durch Zusammenschalten von vielen Zellen entstehen Spannungen von 400 – 800 Volt. Mittels
elektrischer Anlagen (Wechselrichter etc.) wird daraus die bei uns übliche Netzspannung von
230 Volt 50 Hz Wechselstrom erzeugt. Dieser wird über einen separaten Zähler ins Netz eingespeist und vom Stromversorger mit 46,75 Cent/kWh bezahlt. Dieser Betrag ist derzeit
auf 20 Jahre festgesetzt. Wenn alles optimal läuft (die Sonne planmässig scheint und die
Anlage keine Störungen hat) kann schon nach 11,3 Jahren die Amortisation erreicht werden.
Da die Herstellung der Solarzellen sehr energieintensiv ist, müssen diese mindestens 3 Jahre
Strom produzieren, bis die zu ihrer Herstellung notwendige Energie wieder ausgeglichen ist.
Hier erzeugt die Sonneneinstrahlung keinen elektrischen Strom, sondern heisses Wasser.
Dieses kann dann zur Heizung und/oder Warmwassererzeugung eingesetzt werden.
Auch hier ist, wie bei jeder Nutzung der Sonnenenergie, die tatsächliche Anzahl von Sonnen-
stunden ausschlaggebend für den Nutzungsgrad.
Frisches Holz hat ca. 50% Feuchte und muss für eine sinnvolle Verbrennung auf etwa 12 – 15% Feuchte heruntergetrocknet werden. Spezielle Anlage lassen auch den Einsatz von
frischem Holz zu, diese sind aber für den Privathaushalt ungeeignet. Holzpellets sind getrocknete und gepresste Holzröllchen, welche in speziellen Heizungen auch automatisch
kontrolliert verbrannt werden können. Bei jeder Holzverbrennung ist der sauberen und voll-
ständigen Verbrennung sowie der Minimierung von Feinstaubemissionen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Deshalb sind billige Öfen aus Baumärkten etc. meist nicht
umweltfreundlich und auch nicht sehr energieeffizient. Gute Öfen zeichnen sich durch einen
massiven Verbrennungsraum und eine besondere Verbrennungsluftführung aus. Also, wenn
schon Holzofen, dann bitte auch auf die Umweltverträglichkeit achten und nicht nur auf den
Preis. Der Gesetzgeber arbeitet derzeit an Emissionsgrenzwerten für Feststofföfen.
Zum Vergleich: 1 Liter Öl hat etwa den gleichen Heizwert wie ca. 2 kg Holzpellets oder wie ca. 2,3 kg trockenes Holz.
Hier wird im Prinzip ein Verbrennungsmotor wie im Auto eingesetzt. Dieser verbrennt Benzin, Diesel oder Bioöle. Damit treibt er einen Generator an, welcher Strom erzeugt.
Wie im Kraftwerk und wie in unseren Autos geht aber die meiste Energie als Abwärme
(im Auto über den Kühler) verloren. Hier aber wird diese Abwärme zur Heizung und zur
Brauchwassererwärmung eingesetzt. Das Aggregat läuft nur dann, wenn Wärme benötigt wird, der anfallende Strom wird entweder verbraucht oder ins Netz eingespeist. Es ist aber
unwirtschaftlich, das Aggregat laufen zu lassen, wenn nur Strom gebraucht wird.
Die Investitions- und Unterhaltungskosten sind relativ hoch, so dass sich die KWK besonders
für grössere Anlagen anbietet.
Herr Weber von der Firma:
Gerold Weber Solartechnik GmbH, Achern-Mösbach
http://www.geroldwebersolartechnik.de/
hat uns einen guten Überblick der Thematik gegeben und uns auch nochmals klar gemacht, dass wir alle den Energieverbrauch minimieren müssen – denn die Energiekosten werden weiter steigen. Und die Subventionen werden wohl nicht immer so üppig fliessen wie bisher.
Hans-Georg bedankte sich beim Referenten mit in Flaschen eingefangener badischer Sonne…