- In der Römerzeit Gründung eines Reiterlagers Burginatium am Südrand des
Monreberges
- Bereits im 11./12. JH. existiert ein Dorf nördlich des Monreberges namens
Calcar - abgeleitet von der Flußkehre
- Am 20.10.1230 gründet Graf Dietrich von Kleve Calcaria nobile oppidum -
Kalkar die edle Stadt - nördlich des Monreberges auf der Kalkar-Ward
- Medizinischer Wissensstand: Seit der Antike gelten die hippokratischen
Schriften mit der Lehre der vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft und Erde) und
der vier Säfte (Blut, gelbe und schwarze Galle,Schleim).
- Die Eukrasie – die Ausgewogenheit der Säfte – stellt Gesundheit dar.
- Ärzte gibt es nur in geringer Zahl als Hof- oder Leibärzte des Klerus
und Adels.
- Für das gemeine Volk wird die medizinische Versorgung durch Bader und
Barbiere erfüllt. Daher auch später lange Zeit als Zeichen des
niedergelassenen Barbiers der Laßkopf, ein Messingbecken zum Aderlassen und
Schröpfen. Später Zeichen der Friseure.
- Die Medizin wurde vom Klerus ausgeübt.
- Da die Chirurgie jedermann offenstand, bildeten die weltlichen Operateure
eine sehr gemischte Gesellschaft aus Christen und Juden, Wundärzten,
Gliedereinrenkern, Badern und bestens qualifizierten Chirurgen. Die meisten
dieser Operateure waren völlig unwissend.
- Leicheneröffnungen waren durch die päpstliche Bulle von Bonifatius VIII.
verboten.
- 1318 – erste Erwähnung eines " et spetael"
- 1358 Die "provisores hospitalis kalkerensis"
- Aktenkundig ist, dass ein Kalkarer Bürger sein gesamtes Vermögen dem
"gasthuys"=Xenodochium vermacht.
- Aufgaben: Beherbergung armer Reisender; Aufnahme auswärtiger Kranker;
Verpflegung altersschwacher Leute
- Es scheint im 14.JH. zwei Gasthäuser gegeben zu haben, ein gräfliches
s.Katherine und ein städtisches s.Barbare, seit 1385 wird nur noch das
Barbaraspital genannt.
- 1406 erste urkundliche Erwähnung des Gasthauses an der Grabenstraße.
- Kalkar war im Mittelalter "eine durch zahlreiche milde Stiftungen
berühmte Stadt". Das heißt, daß begüterte Bürger, auch die
wohlhabenden Bruderschaften, zur Stärkung ihres Seelenheils Stiftungen und
Geschenke vorzugsweise an die Armen und Kranken machten.
- 1592 schenkte der aus Amsterdam nach Kalkar geflüchtete Bürgermeister
Cornelius Jacobssohn – die Stadt war protestantisch geworden – den
Provisoren des Gasthauses 20 Reichsthaler
- Die Inschrift über dem Portal: "Hic habitat pauper, dives miserere
precantis, Da, centena dabit restituetque Deus" = "Siehe, hier
wohnet der Arme; Du, Reicher, erbarme Dich
- seiner; Gib, denn hundertfach gibt Gott Dir ja Alles zurück"
- 1409 - ein großer Stadtbrand äschert das frühe Kalkar der
Fachwerkhäuser und Lehmhütten nahezu vollständig ein
- In den nächsten Jahrzehnten erlebt Kalkar seine glanzvollste Zeit –
Reichtum durch Tuchherstellung und Bierbrauerei
- 1446 – Vollendung des großen, heute noch erhaltenen Rathauses durch
Johann Wyrenberg
- 1430 – Gründung des großen Beginenkonvents St.Ursula.
- Der Herzog von Kleve Adolf der Erste gestattet den Beginen im Haus des
verstorbenen Arnd Snoick eine Kapelle zu errichten. Den Lebensunterhalt
verdienten die bis zu 60 Beginen mit Spinnen, Nähen, Weben und Bierbrauen.
Damit traten Sie in Konkurrenz zu den örtlichen Handwerkern.
- Desweiteren Alten- und Krankenpflege außerhäusig. (1802 wurde der
Konvent aufgelöst- der heutige Beginenhof steht auf den Grundmauern des
ehemaligen Klosters)
- 1441 – erster amtlicher Vermerk eines Melatenhuyses
- 1471 – Herzog Johann der Erste erlaubt die Errichtung eines Siechen- und
Leprosenhauses auf dem Wildenberg an der Straße Monreberg – Kleve.
- Zum erstenmal greift die Staatsgewalt wegen Infektionskrankheiten mit den
daraus resultierenden Epidemien in das Gesundheitswesen ein.
- 1493 200 Pesttote in Kalkar
- 1499 – Vertrag der Stadt mit dem Barbier Hermann Knyp – erster
aktenkundiger Arzt
- 1500 – 1546 Jan Stephan van Calcar; in Calcar geboren, 1536 nach Italien
gezogen und 1546 in Neapel verstorben.
- 1568 – Gründung des "stat pesthuis" in der Nähe des
Hanselaertores nach einer weiteren Pestepidemie 1598
- Einnahme und teilweise Zerstörung der Stadt durch die Spanier im
niederländischen Freiheitskrieg 1568 – 1648
- 1599 – die Bubonen- oder Beulenpest soll 1500 Opfer gefordert haben
- 1635 – Plünderung der Stadt durch kroatische Söldner
- 1643 – Neubau einer Stadtfestung nach niederländischen System
- 1725 – der Soldatenkönig Friedrich – Wilhelm I. erläßt eine allg.
Medizinalordnung. Da es Ihm im wesentlichen um Chirurgen für sein Heer
ging, gab es in diesem Bereich die schärfsten Bestimmungen, die auch für
Bader und Barbiere fast das Aus bedeutete, denn Schröpfen und Aderlaß
wurden zur chirurgischen Tätigkeit.
- 1728 – es gibt drei niedergelassene Chirurgen in Kalkar
- In der Residenzstadt Kleve wird ein Collegium Medicum eingerichtet und es
gibt keine Zulassung als Arzt mehr ohne Prüfung
- 1730 – Kalkar hat nur noch 2.000 Einwohner
- 1750 – läßt sich der erste Apotheker nieder
- 1791/92 – Gründung der Hirschapotheke
- 1794 – Einzug der französischen Revolutionstruppen
- 1816 – das Amt Kalkar wird preußisch und dem Kreis Kleve zugeschlagen
- 1827 – Entdeckung der Antisepsis durch Einführung der Karbolsäure
durch den Chirurgen Lister – die Op-Sterblichkeit sinkt von 43% auf 15%
- 1844 – der Landrat von der Mosel regt aufgrund der sehr hohen
Säuglingssterblichkeit beim Kreisphysikus Dr. von Velsen die Errichtung
eines Hebammeninstituts zur Ausbildung an
- 1846 – Entdeckung des Chloroforms zur Narkose
- 1848 – Aufgrund einer privaten Stiftung Errichtung des St.-
Nikolausstifts der Barmherzigen Schwestern aus Münster auf dem Gelände des
ehemaligen Dominikanerklosters
- 1880 Erweiterung des Spitals
- 1885 – Gründung einer gemeinsamen Ortskrankenkasse für die Gemeinden
Appeldorn, Kalkar,Grieth und Till
- 1891 – Einrichtung eines Isolierhauses
- 1914 – Ankauf des Waisengebäudes
- 1950 – Wiederaufbau nach schwerer Zerstörung
- 1988 – Neuorganisation mit den Abteilungen Innere Medizin,
Psychotherapie, Gerontopsychiatrie und Seniorenheim
Die große Resonanz zeigte, dass Wolfram mit seinem Vortrag das Interesse der
Gäste getroffen hatte. Wir möchten Wolfram dafür danken, dass er sich mit
einem Thema befasst hat, welches er sich vollständig für den Vortrag
erarbeiten musste. Es zeigt auch, wie schön es ist, so einem Vortrag auch in
größerer Runde zu lauschen.