Vortrag:

S C H N A R R R C H E N

ein lästiges Übel oder eine ernsthafte Erkrankung

Eine Information und Therapieansätze aus internistischer und zahnmedizinischer Sicht.

Dr. F.-J. Sauer und Dr. H.G. Hammers

Schnarchen beeindruckt durch Lautstärke vor Allem die die dadurch gestört werden. Erst wenn Atemaussetzter, Tagesmüdigkeit und/oder internistische Erkrankungen auftreten beginnen Betroffene sich Gedanken über die Atemstörungen zu machen und suchen den Facharzt auf. Verengungen der Luftwege begünstigen Geräusche beim nächtlichen Atmen.

Hier ist der Rat des Facharztes gefragt. Der (Fach-)Zahnarzt kann durch geeignete Geräte die fachärztliche Therapie unterstützen und dem Betroffenen eine bessere Schlaf (+ Lebens-)- Qualität verschaffen.

Dr. Sauer, niedergelassener Arzt, Internist und Schlafmediziner, Lindenberg, referiert über diese eigenständige medizinische Disziplin, wobei in diesem Protokoll nur jene allgemeinverständlichen Aspekte wiedergegeben werden, die auch dem Laien verständlich sein können. Man erfährt zunächst etwas über die Schlafstadien beim "normalen" Schlaf, um anschließend über die krankmachenden Störungen aufgeklärt zu werden. Der gesunde Schlaf kann zwischen 4 und 11 Stunden dauern, was vom individuellen Schlafbedürfnis anhängt. Am häufigsten sind Schlafdauern zwischen 6 und 7 Stunden bei Erwachsenen.

Die ernste Folge des durch das Schnarchen gestörten Schlafs kann stark erhöhter Blutdruck am nächsten Morgen sein, was zum Herzinfarkt, zum Hirnschlag oder anderen unangenehmen Ereignissen führen kann. Auch zahlreiche Verkehrsunfälle führt man auf ungesunden Schlaf zurück, der beispielsweise als Ausgleich des Schlafbedürfnisses den "Sekundenschlaf" während des Tages verursacht. Wer also zu exzessiver Tagesschläfrigkeit neigt, bei monotoner Tätigkeit einschläft, so auch am Steuer eines KFZ, sollte dringend den Schlafmediziner aufsuchen.

Schemadarstellungen des Nasen-, Mund- und Rachenraums veranschaulichen die kritischen anatomischen Bereiche, welche das Schnarchen verursachen und zu Atemaussetzern führen, welche wegen der Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff lebensbedrohlich sein können.

12% aller Schnarcher erzeugen eine Lautstärke von ca 55 db, und das liegt deutlich über den normzulässigen Lärmwerten. Also ist Schnarchen eine ernste Störquelle für die Bettgenossen/-genossinen, was wiederum drastische Folgen, z.B. Ehescheidung, Ausgrenzung, Depression etc. zur Folge haben kann. Dabei schnarchen nicht nur 60% aller Männer, sondern auch 40% der Frauen.

Die Therapeutischen Möglichkeiten müssen ohne Medikamente auskommen, weil es solche nicht gibt. Das Schlafgemach sollte angenehm sein, keine "Rumpelkammer", ohne Fernseher, in ruhiger Lage, mit hochwertiger Matratze, Kopfbereich leicht ansteigend (nicht brettflach), Raumtemperatur 15 bis 20 Grad Celsius - und ohne Wecker!

Bewährt hat sich in jüngster Zeit die sogg. "Schlafmaske", welche zur Überdruckbeatmung dient. Zur Erstellung eines schlaftherapeuthischen Plans sei die Schlafanalyse in einem Schlaflabor empfohlen.

Hans Georg ergänzt die Ausführungen des Internisten mit der Vorstellung des "Thornton Adjustable Positioner", der als dentalmechanische Vorrichtung dazu dient, den Unterkiefer nach vorn zu ziehen, damit der Rachenraum während des Schlafs nicht verengt werden kann. Voraussetzung: reichlich gesunde Zähne. Evtl. Folge, Veränderung der Zahnstellung.

Präsident Ralph dankt beiden Referenten für die wohlgelungene medizische Aufklärung, und die beiden Ärzte erfreuen sich reichlichen Beifalls des wieder etwas klüger gewordenen Auditoriums.